Zahl der Aussteller geht leicht zurück
HANNOVER. Die Cebit, die größte IT-Messe der Welt, hat sich aus dem Abwärtsstrudel der vergangenen Jahre befreit. Zu der gestern in Hannover beendeten Ausstellung sind 480 000 Besucher gekommen. Das sind zehn Prozent mehr als 2006. Messeveranstalter und Industrie sind zufrieden. "Die Cebit hat eine substanzielle Trendwende geschafft und ein Signal für die Branche gesetzt", sagte Willi Berchtold, Präsident des Branchenverbands Bitkom, im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Zumindest ein Teil des Besucherzuwachses stammt allerdings womöglich aus Gratis-Karten. Denn die Deutsche Messe hatte vor der Cebit an Aussteller 150 000 Eintrittskarten zum Preis von einem Euro verkauft, die diese an eigene Kunden weitergeben konnten. Davon seien allerdings nur rund 10 000 eingelöst worden, sagte Cebit-Chef Ernst Raue.
Im Vorfeld der Cebit war die Messe vielfach kritisiert worden. Zu teuer, zu viel Trubel, zu wenig auf Geschäftskunden fokussiert, lauteten die Vorwürfe. Schwergewichte der Branche wie die Computerkonzerne Hewlett-Packard (HP) und Dell oder Nokia, der größte Handyproduzent der Welt, blieben Hannover ganz fern. HP lud seine großen Kunden zeitgleich nach München ein, um sie über die neue Softwaresparte des Unternehmens zu informieren. Nach Angaben von Bitkom waren die meisten Unternehmen, die sich auf der Cebit präsentiert haben, aber zufrieden. "Quer über die Aussteller hinweg ist die Zahl der Kundenkontakte gestiegen", sagt Verbandspräsident Berchtold. Viele Unternehmen hätten deutlich mehr Anfragen registriert als vergangenes Jahr.
Insgesamt beteiligten sich nach Angaben des Cebit-Veranstalters Deutsche Messe 6 153 Firmen, etwas weniger als 2006. Auch die Ausstellungsfläche ist leicht geschrumpft. Im Vergleich zum Boomjahr 2001 mit mehr als 8 000 Ausstellern und 840 000 Besuchern ist die Messe ohnehin sehr viel übersichtlicher geworden.
Von der puren Masse wollen die meisten Aussteller nichts wissen, obwohl sie natürlich auf möglichst viel Aufmerksamkeit hoffen. "Wichtig ist für uns nicht so sehr die Zahl der Besucher. Viel bedeutender ist, dass wir die richtigen Leute auf der Messe haben", sagte Berchtold.
Nächstes Jahr wird die Cebit deshalb noch stärker auf Geschäftskunden zugeschnitten und zudem um einen Tag verkürzt. Das soll unter anderem die Kosten senken. Schon jetzt sind 80 Prozent aller Besucher im Auftrag ihrer Arbeitgeber auf der Cebit.
Nicht alle Aussteller sind darüber begeistert, die Privatanwender außen vor zu lassen. Der Softwareanbieter Microsoft beispielsweise hat nach eigenen Angaben ein großes Interesse daran, auch Endkunden zu treffen. Der neue Deutschland-Chef Achim Berg denkt deshalb bereits darüber nach, künftig auch noch einen Stand auf der Funkausstellung in Berlin zu buchen. Die Messe findet jeweils im Sommer statt und richtet sich stark an Konsumenten.
Kritik an der Cebit gab es dieses Jahr vor allem an den großen Unterschieden zwischen den einzelnen Hallen. Während in einigen Bereichen riesiges Gedränge herrschte, war in anderen üppig Platz.
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